Perfekter Abend für die deutschen Speerwerferinnen: Die krasse Außenseiterin Linda Stahl aus Leverkusen setzte sich überraschend vor der Olympiadritten Christina Obergföll aus Offenburg durch. Stahl "schleuderte" den Speer auf persönliche Bestweite von 66,81 m, Obergföll kam auf 65,58 m. Beide bejubelten ihren Doppelsieg Arm in Arm. "Was für ein schöner Abend", freute sich Obergföll. Und Stahl frohlockte: "Ich wusste nach dem Einwerfen, wenn ich bei der Sache bin, kann ich einen raushauen. Das ist mir gelungen, aber mit fast 67 Metern konnte ich nicht rechnen." Bronze blieb der am Wurfarm verletzten tschechischen Weltrekordlerin Barbora Spotakova mit 65,36 m. Vom ersten bis vierten Durchgang hatte die Favoritin noch in Führung gelegen. Im fünften zogen beide Deutsche nacheinander vorbei. Die dritte deutsche Finalteilnehmerin, Katharina Molitor (Leverkusen), musste sich mit 63,81 Meter und Rang vier zufriedengeben.
Mit dem ersten Doppel-Edelmetall im Speerwurf seit 36 Jahren sorgten Obergföll und Stahl für versöhnliche Mienen im deutschen Team und stoppten die Pleiteserie. An den beiden ersten EM-Tagen hatten die als Medaillenkandidatinnen gehandelten Nadine Müller (Diskuswerfen) und Nadine Kleinert (Kugelstoßen) mit den Plätzen acht und sieben noch an den Medaillen vorbeigeworfen und -gestoßen. Die 24-jährige WM-Sechste Stahl gewann in Barcelona zum ersten Mal in ihrer Karriere eine Medaille bei einem großen internationalen Wettbewerb. Obergföll hat darin schon Routine: Nach zwei WM-Silbermedaillen (2005 und 2007) und Olympia-Bronze 2008 fügte sie ihrer Sammlung nun aber das erste EM-Edelmetall hinzu. Was der 28-Jährigen noch fehlt, ist dagegen auch nach dem Wettkampf von Barcelona ein internationaler Titelgewinn. Die Enttäuschung, es wieder nicht geschafft zu haben, versuchte Obergföll erst gar nicht zu verstecken: "Der Sieg war greifbar nahe und ich hatte auch die Form dazu. Ich werde gemeinsam mit Linda auf dem Podest stehen und die Hymne hören, aber ich hätte natürlich auch gerne mal ganz oben gestanden", sagte die Offenburgerin. Wer weiß: Vielleicht gelingt ihr das ja schon im kommenden Jahr bei der WM oder 2012 bei den Olympischen Spielen in London.
Die Mannheimerin gab auch im Endlauf über die 100 Meter allen Konkurrentinnen das Nachsehen. (Meldung vom 29.07.2010)[mehr]
Fabian Schulze und Raphael Holzdeppe machten es spannend. (Meldung vom 29.07.2010)[mehr]
Im Zehnkampf führt nach acht Disziplinen Andrei Krauchanka. (Meldung vom 29.07.2010)[mehr]
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA,
DLF/ DKultur, DW