Hammerwerfen

Esser und Litvinov verpassen Überraschung

Verzweiflung bei Markus Esser © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
große Bildversion anzeigen Drei Fehlversuche im Finale: Verzweiflung bei Markus Esser.

Routinier Markus Esser (Leverkusen) wurde nach seinem sechsten Platz vor lauter Enttäuschung von einem Weinkrampf geschüttelt, WM-Neuling Sergej Litvinov (Frankfurt) war hingegen mit seinem fünften Rang einigermaßen zufrieden. Beide deutschen Hammerwerfer blieben im Berliner WM-Finale unter ihren Möglichkeiten: Esser warf den Hammer dreimal ins Fangnetz, sein bester gültiger Versuch landete bei 76,27 Meter. Litvinov kam nur unwesentlich weiter, am Ende standen 76,58 Meter für ihn zu Buche. Für den 23-Jährigen von der LG Frankfurt war die WM aber der erste große internationale Wettbewerb.

Für Gold reicht Kozmus eine mäßige Weite

Ausgelassen jubeln konnte nach einem äußerst mäßigen Finale nur der Slowene Primoz Kozmus: Der 29-jährige Olympiasieger von Peking sicherte sich in Abwesenheit des wegen Doping gesperrten Titelverteidigers Iwan Tichon (Weißrussland) Gold mit 80,84 Meter. Silber ging an Szymon Ziolkowski aus Polen (79,30 m), Platz drei belegte Alexej Sagorny aus Russland (78,09 m). "Es war ein seltsamer Wettkampf, keiner hat über 80 Meter geworfen. Ich habe viel mehr erwartet. Aber Weltmeister - das ist das Wichtigste", sagte der Sieger, der eine Prämie von 60.000 US-Dollar für den WM-Titel erhält.

"Am liebsten würde ich mich eingraben"

Hammerwerfer Markus Esser im Berliner Olympiastadion © dpa
große Bildversion anzeigen Markus Esser blieb ebenso wie Sergej Litvinov unter seinen Möglichkeiten.

Der Leverkusener Esser konnte die Wut auf sich selbst nach dem Finale der besten Zwölf kaum im Zaum halten. "Ich bin stinksauer. Wenn ich heute keine Medaille holte, wann denn dann. Am liebsten würde ich mir ein tiefes Loch buddeln und mich darin eingraben", sagte der 29 Jahre alte WM-Vierte von Helsinki 2005 in der Sportschau live. Wäre Esser auch nur annähernd an seine Bestleistung von 81,10 Meter aus dem Jahr 2006 herangekommen - ein Platz auf dem Podest wäre ihm sicher gewesen. "Es war der schlechteste Wettkampf meines Lebens. Für mich ist die Saison beendet, ich fasse keinen Hammer mehr an", so der bitter enttäuschte Hammerwerfer. Ehefrau Tanja und Tochter Leandra kommt jetzt in Berlin die Aufgabe zu, Markus' Tränen zu trocknen.

Auch für Litvinov war mehr möglich

Sergej Litvinov © ap Fotograf: David J. Phillip
große Bildversion anzeigen Für Sergej Litvinov war die WM in Berlin der erste große internationale Wettkampf.

Bessere Laune hatte nach seiner WM-Premiere Litvinov, auch wenn er in der Qualifikation noch gut einen Meter weiter geworfen hatte. "Ich bin mit dem Wettkampf zufrieden. Das war das, was ich mir vorgestellt habe", sagte der Sohn des gleichnamigen russischen Olympiasiegers und Ex-Weltmeisters. Dass in Bestform sogar eine Medaille möglich gewesen wäre, dämmerte ihm erst, als der Wettkampf bereits beendet war: "Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt, mit 76 Metern ein fünfter Platz, eigentlich muss ich glücklich sein." Der Sportsoldat, der auch noch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, ist erst seit Juli 2008 für Deutschland startberechtigt. Mit Litvinov dürfte also in Zukunft durchaus zu rechnen sein.

Stand: 17.08.2009 20:39
WM-Geschichte 
Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs © picture-alliance / dpa

Was macht eigentlich... Karsten Kobs?

Hammerwerfer Karsten Kobs war der Überraschungs-Weltmeister von Sevilla 1999. Später scheiterte der Dortmunder wiederholt an seinen Nerven. Seit 2008 vertreibt er Fitnessgeräte. [mehr]

Disziplin
Karsten Kobs © Picture Alliance/dpa
Weitere Informationen
WM-Splitter © dpa bildfunk Fotograf: Kay Nietfeld

WM-Splitter

Weitere aktuelle Kurzmeldungen. [mehr]

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW