Sie lachte, sie flachste und flog nach dem dritten silbernen Glücksmoment ihrer Karriere zuerst in die Arme von Trainer Klaus Schneider: Das Naturwunder von Kugelstoßerin Nadine Kleinert geht weiter. Die baumlange Magdeburgerin wurde bei der siebten WM-Teilnahme zum dritten Mal Vize-Weltmeisterin. Mit 33 Jahren. Bei ihrem Auftritt schwappte erstmals die La-Ola-Welle durchs mit rund 50.000 Zuschauern gefüllte Berliner Olympiastadion. "Bei mir ist es wie mit einem guten Wein. Je älter, desto besser. Ich bin auf den Punkt topfit gewesen", sagte Kleinert und bedankte sich beim Berliner Publikum: "Die Zuschauer waren geil."
In einem packenden Kugelstoßfinale hatte sich die Magdeburgerin nur der großen Favoritin Valerie Vili aus Neuseeland geschlagen geben müssen. Kleinert begann das Finale mit einem Paukenschlag: 20,06 m im ersten Versuch, persönliche Bestleistung eingestellt, die Konkurrenz geschockt und die Führung übernommen. Die Fingernägel schwarz-rot-gold lackiert ließ sich die 33-Jährige auch von einem 20,25-m-Konter der Olympiasiegerin Vili nicht beeindrucken. Im dritten Versuch stieß die WM-Dritte von Osaka 2007 neue persönliche Bestleistung mit 20,20 m. Im fünften Durchgang zeigte die Neuseeländerin allerdings ihre ganze Klasse und beförderte die Kugel auf die Siegweite von 20,44 m. Bronze ging an die Chinesin Gong Lijiao mit 19,89 m.
Kleinerts Trainer Schneider war von seinem Schützling restlos begeistert: "Das war der Wettkampf ihres Lebens. Dass das bei der Heim-WM passiert ist, umso besser. Weltmeisterschaften liegen ihr offenbar besser als Olympische Spiele." Dabei hätte er Kleinert beinahe ans Boxen verloren. Sie entschied sich jedoch trotz des enttäuschenden siebten Platzes im Vorjahr bei den Sommerspielen von Peking gegen den Ring-Tausch und blieb der Eisenkugel treu. Insgesamt war es Kleinerts fünfte internationale Medaille, denn neben WM-Silber 1999 und 2001 holte sie auch WM-Bronze 2007 sowie Olympia-Silber 2004.
Für die anderen beiden deutschen Final-Teilnehmerinnen lief es nicht so gut. Die Hallen-EM-Zweite Denise Hinrichs (Wattenscheid/18,39 m) belegte nur Rang elf, ihre Teamkollegin Christina Schwanitz (17,84) wurde Zwölfte. "Für mich war das eine Lehrstunde", sagte die Neckarsulmerin.
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