Maryam Yusuf Jamal aus dem Königreich Bahrain hat ihren 1.500-m-Titel bei der Leichtathletik-WM in Berlin erfolgreich, aber auch glücklich verteidigt. Die Siegerin von Osaka lag am Sonntagabend im Ziel in 4:03,74 Minuten zwar hinter Natalia Rodriguez, doch die Spanierin wurde wegen eines Remplers gegen die favorisierte Äthiopierin Gelete Burka nachträglich disqualifiziert. Burka war nach dem Schubser gut 150 Meter vor dem Ziel gestürzt. Silber ging nach der Entscheidung am "Grünen Tisch" an die Britin Lisa Dobriskey (4:03,75). Auf den Bronzerang rückte Shannon Rowbury aus den USA (4:04,18) vor. Das Rennen fand ohne deutsche Beteiligung statt.
Die Olympia-Sechste Rodriguez war nach der Aberkennung ihres Siegs genauso untröstlich wie zuvor schon die von ihr zu Fall gebachte Burka: "Ich habe nichts Falsches gemacht, nur entsprechend den Regeln versucht, innen durchzulaufen. Aber dann hat sie wieder zugemacht und wir sind kollidiert", sagte die Spanierin über ihre entscheidende Aktion in der Schlussrunde. Ihr Schicksal sah sie aber wohl schon vor der offiziellen Disqualifikation kommen, denn im Ziel verzichtete die 30-Jährige auf die Ehrenrunde.
Die 24 Jahre alte Weltmeisterin Jamal hatte vor zwei Jahren in Osaka Geschichte geschrieben und als erste Frau aus einem der islamischen Golf-Staaten eine WM- oder Olympia-Medaille in der Leichtathletik gewonnen. Sie wurde unter dem Namen Zenebech Tola in Äthiopien geboren und wanderte 2002 über Lausanne nach Bahrain aus. Die Schweiz verpasste es, ihr schnell genug eine Staatsbürgerschaft zu geben.
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