Marathon

Mikitenkos Traum vom WM-Gold geplatzt

Marathonläuferin Irina Mikitenko © Gladys Chai von der Laage
große Bildversion anzeigen Zweimalige Siegerin in London: die Wattenscheiderin Irina Mikitenko.

Eine Woche vor Beginn der Heim-WM in Berlin ist die vermeintlich größte Gold-Hoffnung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) geplatzt: Aus familiären Gründen muss Marathonläuferin Irina Mikitenko vom TV Wattenscheid ihren Berlin-Start absagen. "Vor zwei Wochen ist ihr Vater gestorben, und sie hat es seither nicht geschafft, konzentriert zu trainieren. Wir sind sehr, sehr traurig", sagte DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow am Samstagabend nach dem Lausitz-Meeting in Cottbus.

Schwerer Schicksalsschlag

"Sie hat es sehr, sehr schwer getroffen", sagte der Sportdirektor, der bei der improvisierten Pressekonferenz mit den Tränen kämpfte. "Die Mikitenkos sind ein Familienbetrieb, weil sich Mutter und Vater um die Kinder kümmern." Diese Mehrfachbelastung aus Leistungssport und Familie sowie der Tod ihres Vaters waren für die gebürtige Kasachin einfach zu viel. Kein deutscher Leichtathlet hatte so gute Goldchancen wie die 36-Jährige, die ihren 37. Geburtstag im WM-Rennen am 23. August mit dem Sieg krönen und damit auch die Enttäuschung des Vorjahres verarbeiten wollte. 2008 musste die Favoritin auf Olympiagold kurz vor den Sommerspielen in Peking verletzungsbedingt absagen.

Steile Karriere

Irina Mikitenko gewinnt den London-Marathon © picture-alliance/ dpa
große Bildversion anzeigen Als London-Siegerin noch hoffnungsfroh: Irina Mikitenko.

Erst vier 42,195-km-Rennen hat die 1996 nach Deutschland gekommene Mikitenko in ihrer steilen Marathon-Karriere bestritten und dabei schon so ziemlich alles erreicht. Drei Siege, ein zweiter Platz, der Gewinn der World-Marathon-Majors, der mit 500.000 US-Dollar dotierten Champions League des Marathons, sowie den deutschen Rekord von 2:19: 19 Stunden. In Berlin hätte die "Marathon-Königin" ihre Erfolge vergolden können. "Klar träume ich von WM-Gold an meinem Geburtstag", sagte sie immer wieder, erklärte aber auch: "Entscheidend ist, bis zum Schluss verletzungsfrei zu bleiben." Zudem hatte sie noch nie schlechte Erfahrungen an der Spree gemacht: "Berlin ist meine Glücksstadt." Nun kam der Schicksalsschlag dazwischen.

Europameisterin Maisch nachnominiert

Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch mit der deutschen Fahne © dpa
große Bildversion anzeigen Nach Irina Mikitenkos Absage im Marathon-Team für die WM: Ulrike Maisch.

Für Mikitenko, die zuletzt zweimal den London-Marathon gewann und mit 2:22:11 Stunden zudem in diesem Jahr die weltweit schnellste Frau auf der klassischen Distanz ist, rückt die als Ersatzläuferin nominierte Europameisterin Ulrike Maisch (Rostock) ins Team. "Die Absage von Irina Mikitenko schwächt unser Team erheblich. Wir bleiben aber optimistisch, weil wir insgesamt eine gute Ausgangsposition haben", meinte Mallow weiter.

Auch Goller fällt aus - Sack angeschlagen

400 m Hürden-Läufer Thomas Goller
© dpa
große Bildversion anzeigen Nach Muskelfaserriss in der Wade nicht zur WM: Thomas Goller.

Später am Samstagabend musste dann auch noch Mikitenkos Vereinskollege Thomas Goller passen. Der 400-m-Hürdenläufer hatte sein Rennen in Cottbus nach wenigen Schritten mit Wadenproblemen abgebrochen. "Es ist wieder ein leichter Faserriss, der innerhalb einer Woche nicht hinzubekommen ist", so Goller in einer Presseerklärung des Clubs. Das deutsche Team hat sich mittlerweile auf 91 Athleten reduziert. Zudem ist der Start von Kugelstoßer Peter Sack (Leipzig) wegen einer Kapselverletzung im Stoßarm laut Mallow ernsthaft gefährdet.

Stand: 08.08.2009 22:20
Schauplatz
Abendansicht des Brandenburger Tors in Berlin © dpa Fotograf: Karlheinz Schindler

Sightseeing im WM-Wettkampf

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Disziplinen
Waldemar Cierpinski. © Picture Alliance/dpa

Der lange Weg zum Ruhm

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Weitere Informationen
WM-Splitter © dpa bildfunk Fotograf: Kay Nietfeld

WM-Splitter

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