Die deutsche 4x100-m-Staffel der Frauen hat bei der Heim-WM in Berlin Bronze gewonnen. Im ausverkauften Olympiastadion von Berlin liefen Marion Wagner, Anne Möllinger, Cathleen Tschirch und Verena Sailer in neuer europäischer Jahresbestzeit von 42,87 Sekunden auf Rang drei und holten die achte Medaille für das deutsche Team in Berlin. "Wir hatten eine einmalige Chance und die haben wir genutzt", sagte die 31 Jahre alte Wagner, die wohl ihre Karriere beenden wird. Gold ging nach dem Aus der US-Staffel im Halbfinale erwartungsgemäß an Jamaika in 42,06 Sek. Bronze sicherte sich das Quartett von den Bahamas (42,29 Sek.).
Schlussläuferin Sailer wehrte die Angriffsversuche der Olympiasiegerinnen aus Russland mit einem beeindruckenden Sprint ab und warf sich förmlich ins Ziel. "Eine Medaille - das ist der Wahnsinn. Dafür lege ich mich gerne auf die Schnauze. Ich habe gesehen, dass ich Dritte bin und mir nur gesagt: 'Renn, renn.' Das habe ich getan, bis ich auf dem Boden lag. Jetzt fängt es langsam an wehzutun", sagte die deutsche Meisterin, die schmerzhafte Schürfwunden von ihrem Sturz davontrug.
Im dritten und letzten Vorlauf war sensationell das Quartett aus den USA, das beim zweiten Wechsel patzte, gescheitert. Muna Lee stolperte bei der Übergabe und zog sich dabei eine Zerrung im Oberschenkel zu. Die USA hatten vor zwei Wochen in Cottbus in 41,58 Sekunden noch die Weltjahresbestleistung aufgestellt und sich dem Uralt-Weltrekord der DDR (41,37) bis auf 21 Hundertstel genähert. Am Freitag waren bereits die Männer nach einem Wechselfehler auf der Strecke geblieben. Schon bei Olympia vor einem Jahr in Peking patzten die US-Staffeln in den Vorläufen, als beide den Stab verloren.
Vorn sind noch heute meist die US-Amerikaner. [mehr]
Das Quartett wird Vierter seines Rennens und verpasst den Einzug in den Endlauf. [mehr]
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