Ralf Bartels

Der deutsche Kugelstoß-Meister Ralf Bartels (Neubrandenburg) © AP

Disziplin: Kugelstoßen
Land: Deutschland

geb. am 21.02.1978 in Malchin
Größe: 186 cm
Gewicht: 124 kg
Verein: SC Neubrandenburg
Trainer: Gerald Bergmann
Beruf: Sportsoldat (Marine)

Ralf Bartels begann seine sportliche Laufbahn als Handballer. Ein Jahr vor der politischen Wende in Deutschland absolvierte er einen Leistungstest an der Kinder- und Jugendsportschule (KJS). Im Anschluss wechselte er zur Leichtathletik und konzentrierte sich früh auf das Kugelstoßen und Diskuswerfen. 2001 sorgte der frühere Junioren-Weltmeister, dessen beiden älteren Brüder ebenfalls erfolgreich Leichtathletik betrieben, erstmals auch in der Männerklasse für Furore. Völlig unerwartet qualifizierte er sich für die WM in Edmonton, wo er zu den "jungen Wilden" zählte. Mit 19,41 m verpasste Bartels allerdings das Finale der besten Zwölf. Dennoch zählte das Jahr als Erfolgsjahr: Mit 20,30 m hatte er erstmals die 20-m-Marke übertroffen.

2002 wurde der Neubrandenburger zum ersten Mal deutscher Meister, bei der EM in München sicherte er sich unerwartet Bronze (20,58 m). Trotz der Erfolge bewahrte der Fan von Computerspielen und Rockmusik Bodenhaftung. Im Vergleich zur Konkurrenz, die sich mit Tätowierungen oder martialischem Gehabe einen wilden Anstrich gibt, wirkt der 31-Jährige eher brav: "Ich versuche, mich durch Äußerlichkeiten nicht ablenken zu lassen." Das gelang auch 2005 eindrucksvoll: Mehrmals stieß er über 21 m, erstmals in seiner Laufbahn im Mai beim Kugelstoß-Meeting in Neuwied-Engers (21,36 m). Beim Europacup in Florenz holte sich der Olympia-Achte von Athen 2004 mit 20,76 m den Sieg, bei der WM in Helsinki brachten ihm 20,99 m im letzten Versuch die Bronzemedaille ein.

2006 konnte der Neubrandenburger zunächst nicht konstant an die gute Form vom Vorjahr anknüpfen. Bei der Hallen-WM in Moskau kam das Aus schon in der Qualifikation. Erst einen Stoß über 21 m hatte Bartels bis zur EM in Göteborg geschafft. "Mir fehlt die Lockerheit", erklärte er. Die kam rechtzeitig zurück: Mit 21,13 m im letzten Versuch holte sich der Marinesoldat in der südschwedischen Stadt den Titel. Im Folgejahr gelang es dem Freund schneller Sportwagen allerdings nicht, erneut pünktlich zum Saisonhöhepunkt in Form zu kommen. Erst musste sich der Europameister nach fünf Titelgewinnen in Folge bei der DM mit Platz zwei hinter seinem Dauer-Konkurrenten Peter Sack begnügen, dann stieß er bei der WM in Osaka mit 20,45 m lediglich auf Rang sieben vor.

Auch die Olympischen Spiele in Peking im vergangenen Jahr bedeuteten für Bartels eine Enttäuschung: Wegen einer Wadenverletzung musste er kurzfristig passen. "Ich hatte ganz schön mit mir zu tun", gestand er ein, sehr deprimiert gewesen zu sein. Vor der Heim-WM in Berlin präsentierte sich der amtierende deutsche Freiluft- und Hallen-Meister aber rechtzeitig wieder in Topform. Immerhin stieß der 31-Jährige in den vergangenen Wochen konstant über 20 m, beim Meeting in Cuxhaven Mitte Juli knackte der Dritte der Hallen-EM in Turin sogar erstmals seit drei Jahren die 21-m-Marke: 21,11 m.
In Berlin gelang Bartels dann eine Punktlandung. Mit 21,37 m stellte der Neubrandenburger im WM-Finale eine neue persönliche Bestleistung auf und gewann Bronze.

Größte Erfolge:
Bestleistung:
21,37 m (2009)

Olympische Spiele:
2004 8. Platz

Weltmeisterschaften:
2009 Bronze
2009 Gold (Militär-WM)
2005 Bronze
1996 Gold U20-WM

Weltcup:
2006 Gold
2002 Bronze

Europameisterschaften:
2009 Bronze Hallen-EM
2006 Gold
2002 Bronze
1997 Gold U20-EM

Europacup:
2005 Gold
2003 Gold (Halle)

Deutsche Meisterschaften:
insgesamt sieben DM-Titel (2002-2006 und 2008, 2009)
insgesamt fünf DM-Titel Halle (2003, 2004, 2006, 2008 und 2009)

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